Jedes Jahr im Oktober – November düngen wir unsere Wiesen mit dem eigenen Kompost.
Es fängt damit an, dass wir unsere Boxen ausschließlich mit Leinstroh einstreuen, welches sich mit den Pferdeäppeln sehr gut und schnell kompostieren läßt. Täglich werden die Boxen gereinigt, sowie der Paddock und die Wiesen abgeäppelt.
All dies wird auf unseren Komposthaufen gefahren. Zusätzlich lassen sich wunderbar Obst, Gemüse, Laub, Rasenschnitt, Heu- und Strohreste kompostieren. Jeder Schubkarre Mist fügen wir etwas Algenkalk zu, damit der pH Wert neutral bleibt.
Außerdem setzen wir spezielle Kompostwürmer ein, die sich wie im Wurmparadies fühlen und somit nicht umziehen wollen. Sie fressen sich unermüdlich durch den Haufen, ihre Ausscheidungen sind reinster Humus. Ihre Population steigt ständig.
Damit den Würmers nicht zu warm wird, begradigen beziehungsweise verteilen wir die neu aufgebrachten Mistmengen regelmäßig. Hier zeigt sich auch einer der entscheidenen Unterschiede zum üblichen Misthaufen – dieser durchläuft eine Heißrotte.
Der Kompost weist üblich eine Temperatur von etwa 45° C auf, welche alle im Mist befindlichen Entwicklungsformeln der Pferdeparasiten innerhalb relativ kurzer Zeit vernichtet. Die Umwandlung von Pferdemist in hygienisch eindwandfreien Humus ermöglicht daher eine Verwendung als Dünger.
Ein weiterer Pluspunkt für den Komposthaufen, er stinkt im Gegensatz zum Misthaufen nicht.
Sobald der Komposthaufen im Januar / Februar eines Jahres stillgelegt wurde, kann man sehen, wie er Tag für Tag ein Stückchen in sich zusammensackt und zu nährstoffreichem Kompost wird. Für die warmen Sommertage bepflanzen wir jährlich den ruhenden Komposthaufen mit schattenspendenden Zucchini- und Kürbispflanzen um ein Austrocken zu verhindern.


Beide Pflanzenarten lieben den nährstoffreichen Boden und gedeihen prächtig. Von Juli bis in den Herbst gibt es auf unserem Speiseplan also regelmäßig Kürbis (Hokkaido) und Zucchini, aber auch Freunde, Kollegen und Nachbarn haben Freude an unserer Ernte.

Den eigens gewonnenen Kompost fahren wir nach Ende der Weidesaison auf die Wiesen aus. Hier schließt sich der Kreis unserer Pferdehaltung mit ökologischer Düngung.
Die regelmäßig getätigten LUFA Bodenproben zeigen uns schwarz auf weiß, dass wir auf dem besten Weg sind die Nährstoffe im Boden zu verbessern und zu einem optimalen pH Wert zu gelangen.

Literaturtip:
„Die Pferdeweide“ von Jutta von Grone
„Praxishandbuch Pferdeweide“ von Ingolf Bender