Brezel und ich waren von Freitag bis Sonntag die Reiterfreunde Gaby und Thomas im Hunsrück besuchen. Nach einem kurzen Arbeitstag düste Ilka nach Hause, um dort das letzte Gepäck zu verstauen und Brezel auf den Anhänger zu laden. Gegen kurz nach eins ging die Fahrt los. Allein die Strecke durch die komplette Eifel ist ein optischer Genuss, wenn das warme Herbstlicht auf die bunten Bäume leuchtet. Nach etwa 3 Stunden erreichten wir den kleinen Ort Breit im Hunsrück – Gaby und die Pferde erwarteten uns bereits.


Da die Abendsonne noch schön strahlte – machten Thomas, Gaby und ich noch einen Begrüßungsritt in der näheren Umgebung.
Die Nacht von Freitag auf Samstag waren von Regen geprägt, selbst beim morgendlichen Frühstück hörte es immer noch nicht auf. Gegen halb 10 brachen wir dann auf zu den Pferden, putzen, satteln, Hufschuhe anziehen, Regenklamotten am Sattelzeug befestigen und dann gings los – regenfrei – was für eine Freunde. Es ging hoch und runter, Wiesenwege, Waldwege, mal rutschiger, mal fester. Brezels erste richtige Tour – und sie meisterte die gestellten Aufgaben richtig gut. Wahrscheinlich wusste sie nun erstmalig, wofür das Trailtraining eigentlich gedacht ist. Für mich ein sehr positives Erlebnis war, dass sie sich immer wieder ihr Tempo suchte und nicht versuchte dem vorangehenden Attila auf den Fersen zu hängen und das ohne müde zu wirken, sondern einfach in sich zufrieden und angekommen. An schwierigen Passagen konnte ich sie mit minimalen Zügeleinsatz zu kleinen Schritten auffordern, da merkt man – dass sich die Bahnarbeit des immer feineren Reitens auszahlt. Was ein schöner Tag :-)

Kurz vor unserer Mittagsrast stand eine Bachdurchquerung an. Leider war der Einstieg recht steil, so dass Brezel ängstlich war und ich sie nicht hineinreiten konnte. Kurzerhand gab ich Thomas mein langes Führseil, er und Attila vorne und ich mit ein wenig Druck von hinten konnten Brezel überzeugen mit durch den Bach zu gehen. Ich nahm unterdessen die Fußgängerbrücke, da der Weg durch den Bach mehr als knietief gewesen wäre…


Gegen Mittag machten wir Rast mit Tee/Kaffee und Kuchen im Garten eines hübschen Bauerncafes – mein Stück hausgemachter Nussapfelkuchen war himmlisch lecker. Vom Hofinhaber und seinen beiden Jungs bekamen unsere Pferde einen Pausensnack in Form von Äpfeln.
Auf der Rückroute stand wieder der gleiche Bach zur Durchquerung an – von dieser Seite war der Einstieg deutlich pferdefreundlicher – um jeglichen Stress zu vermeiden, gab ich Thomas wiederum das Seil, blieb aber diesmal im Sattel und siehe da, schups stand sie neben Attila und Karma im Wasser und trank genüsslich das Bachwasser. Seepferdchen Abzeichen bestanden 🙂
In die weitere Rücktour bauten wir noch eine Graspause für die Pferde ein. Ansonsten ging es in der schönen Landschaft weiter, hoch und runter, mal mehr Wald, mal mehr Felder. Immer wieder begleitet von der Herbstsonne. Gegen späten Nachmittag und 37 gerittenen Kilometern erreichten wir den Heimatstall. Brezel hat die ganze Tour mit den Hufschuhen gemeistert, keine offenen Stellen, nix. Perfekt 🙂

Nach dem Versorgen der Pferde gab es für uns ein leckeres Abendessen in einem netten Lokal und nicht viel später lagen wir hundemüde im Bett. Die Nacht war wieder geprägt von Regen – die Voraussage für Sonntag war auch nicht wirklich gut. Dennoch gingen Gaby und ich mit den beiden Stuten eine Abschlussrunde von 14 Kilometern mit vielen Graswegen. Hier blieben wir nicht komplett trocken und der angekündigte Wind ließ uns ordentlich seine Kraft spüren.
Gegen Mittag hatte ich alle Sachen wieder im Auto und Anhänger verstaut, so dass Brezel und ich die Rücktour nach Hause antreten konnten. Unterwegs hatten wir stellenweise  mit Wind und Starkregen zu kämpfen – aber in der Brüggener Heimat empfing uns die Sonne wieder.
Alles in Allem ein sehr schönes und erlebnisreiches Wochenende bei Freunden – wir kommen gerne wieder!